Willkommen
GaLa
Leistungen
Gradierwerke
News
Adresse
Unser Team
Pressearchiv
Kontakt
Jobs
Links
Downloads
FAQ
Referenzen
AGB
Geschichte
 
 
Salinisten, Salinen, Soden gehört zum Geschichte Deutscher Industralisierung weil dort am Gradierwerken
waren die nueste Techniken verwändet und dort hat alles angefangen
 
 
 
Einführung
 
Gradierwerke
 
 
Saline und Gradierwerk sind in Deutschland in der Umgangssprache für ein
und dieselbe Einrichtung gebraucht. Heute gehen wir an die Saline, um salzhaltige und jodhaltiges Luft zu inhalieren, und meinen damit den Gradierbau, der nur ein Teil der ganzen Gradierwerk war. Zum Gradierwerk gehörten außer dem Siedehäuser mit Trockenkammern, Magazine, Kunst (Wasserräder mit Gestänge), Wasserkannäle, Flüsse mit Ufer, Quellen, Brunnen, Wind oder Wassermühlen, Pumpen, Rohren, Schmiede, Zimmerei, Reservoiren,  Zäune, Wohnungen, Verwaltungsgebäude, Schwarzdorn Plantagen und natürlich Gradierbauten. Gradierbau kann man auch nennen Hochbau oder Gradierhaus - dort wo Gradierbau wurde mit überdachte Konstruktion eingerichtet. Die Gradierbauten waren die Seele des ganzen Gradierwerks.
 
Salinen
Orte wo Salzgewonnen wird mit Anwändung von natur Erreignisse z.B. Sonne Wind oder Wasser.
 
Siedesalinen, Produktionsstätte zum Siedersalzgewinnung aus Quellsole oder Brunnensole durch Eindampfung der Sole in Tontiegeln oder Pfannen aus  Metall
 
Gradierbau
Holzgerüst mit Schwarzdorner (Schlehe-Prunus spinosa) aufgefüllt zum
Zweck Gradierung, oder statische Gerüst für die Gradierwände, über die
Sole gleichmäßig verrieselt wird, wobei ein Wasseranteil verdunstet.
Gradieren bedeutet nichts anderes als verstärken, verdicken, auch säubern,
oder in Grad oder Prozent einteilen, abstufen, auf  höheren Gehalt bringen
z.B. Salzgehalt der Sole.
Quellensole ist nicht nur durch Lehm, Sand, verunreinigt sondern auch mit
andere Mineralien wie Kalzium (Anhydrit), Eisen, Arsen, schwer lösliche
Sulfate, Karbonade, Eisenoxid, die zum großen Teil ausgeschieden werden
müssen, ehe die versotten wird. Große Schaden entstehen durch Wildwasser
(Süßwasser) welche mischt sich mit Quellsoole auf ihrer lange Weg zum
Gradieren oder direkt am Gradierbau durch Regen.
Die schwache Sole enthält wenig Salz, die schwere ist mit mehr Salz
angereichert,  je konzentrierter (schwerer) die Sole in die Siederpfannen
war, umso billiger war die produktion. Das Gradierbau sollte eine saubere
und hochprozentige Sole liefern. Zunähst hielten die Dornen ein Teil die unreinen Mineralteile fest. Diese setzen sich ab und versteinern die
Dornbündel, die dann entfernt und durch frisches Dornreisig ersetzt wurden.
Bei Gradieren sollte das wilde Wasser durch Verdunsten vertrieben werden.
Der ursprünglich größere Tropfen ist durch das Aufschlagen auf die spitzigen Dornen in viele kleinere aufgespalten (Dieselbe Wassermenge gibt eine
Anzahl kleinere Oberflächen, die zusammen größer sind als die Oberfläche des großen Tropfens) und zum verdünstem dem Wind und Sonne gelassen.
Gradierwände müssen in ihrem ganzen Volumen luftdurchlässig sein und eine möglichst große Verdünstundsfläche aufweisen.
 
Soden
Meisterstück des Söders gehörte, den rechten Feuersgrad besonders um die
Zeit der Gare und während des Soggens zu treffen.
 
Sieden
Zum Siedenprozeß gehört Stören und Sogen:
a) Stören ist das Eindmpfen der Sole bis zur Sättigungskonzentration bei
    heftigem Feuer und am Siedepunkt der Sole (109°). Ende der Störphase
    treten auf erste Salzkristalle am Pfannenrad.
b) Soggen Eindampfen der Sole bei schwachem Feuer, hierbei verdampfte
    das Lösungsmittel. Die Temperatur bei Soggen wird gehalten zwischen
    60 und 80°C.
Ein lästiges Nebenprodukt bei Sieden war der Pfannenstein, auch Salzstein
der sich in der Pfanne ansetzte. Je dicker er sich niederschlug, umso unwirk-
samer war das Feuer. So mußte gewöhnlich nach fünfmaligem Sieden der Pfannenstein gesprengt werden. Unter der entleerten Pfanne wurde ein
starkes Flammenfeuer mit Stroh oder Reisig entfacht, dann sprang der Stein
mit gewaltigem Krachen los.
 
Salz (NaCl)
Weis, fest, scharf und grobkörnig sollte das gute Salz werden.
 
Bedeutung
Im Vergleich mit ersten Bade Orten und heutigen Zeiten Gradierbauten und
Gradierhäuser haben überlebt, und sind sogar Eingerichtet dort wo gibt keine
natürliche Sole. Medizinische Wirkung da gegen hatte sich zurück entwickelt,
nur darum, das große Teil Betreiber hatte ihre Reservoire abgeschafft. Im
Jahre 1801 Kurgäste haben sich Inhaliert in Nähe der besten Gradierhäuser,
dort wo Salz gehalt in Sole nach mehreren Gradierstuffen hatte schon über 10%.
Gradierbau ohne Resorvoir kann kaum noch gradieren, was bedeutet ganze
Gradiermikroklima ist niedrigprozentig. Oft Sole erreicht nicht 4% was ist
nötig für konservierung ganze Holzkonstruktion, einige heutige neu Gradierbauten überleben nicht 20 Jahre im Gegenteil zu ihrem Vorgänger 200 Jahre.
 
Verwendung
Andere möglichkeit ist Wassergewinung aus Meer oder Nebel. Regionen
mit Wüstenklima z.B. Teile von Afrika, Asien, Amerika wie z.B. Chile können sie nutzen zum Wassergewinnung aus Nebel, müssen sie nur aufbauen oben auf Bergen am besten auch Kilometerlang so wie einmal in Elmen. Kosten
eine solche Anlage pro Laufendermeter zwischen 1000 und 2000 Euro.
Konstruktionen für Nebelgradierung können aus Aluminium, V4A,  heimischen oder tropischen Holz (Teak, Bongosi) ausgeführt werden. Imprägnierte Holz enthält Gifte und darum ist nicht geeignet für Gewinnung von Trinkwasser, nicht imprägnierte Holz kann man nur verwenden für Sole Gradierung. Zusätzliche
Naturenergie aus Wasserreservoir oder Sonne könnte genutzt werden zum Temperatur kühlung zwischen Dornwände.
 
 
 
 
 
Gradierhaus
Gradierbau
 
 
 
Prunus spinosa
Rosaceae/Rosengewächse
Schlehe, Schlehedorn, Schwarzdorn
 
Wuchs
Normalstrach, sparrig verzweigt, in dieckichtartigen Beständen 1-4 m,
langsamwüchsig.
 
Blüte
Weiß, sehr zahlreich, meinst vor dem Laubaustrieb, April,
Insektenbestäubung.
 
Früchte
Kirschengroße Steinfrüchte "Schlehen", schwarz gefärbt und blau bereift,
ab September färbend, den Winter meist hängend bleibend, eßbar nach
Frosteinwirkung, herb-säuerlicher, zusammenziehender Geachmack,
Vogelverbreitung.
 
Blätter
Wechselständig, klein, sehr veränderlich breit-lanzettlich bis elliptisch,
Austrieb Ende April, oberseits dunkelgrün, unterseits mattgrün,
Herbstfärbung meinst fahlgelb, unauffällig, seltener gelb-orange.
 
Zweige
Schwärzlich, sparrig, abstehend, Kurztriebe in Dornen endend, zäh,
elastisch, bei Bodenkontakt gelegentlich bewurzelnd.
 
Wurzelsystem
Flachwurzler mit ausgedehnten, äußerst zähem Wurzelgeflecht,
weitstreichender Ausläuferbildung bis 10 m., zahlreiche Schößlingsnester,
empflindlich gegen Überschwemmungen, verträgt Einschüttungenbis zu einem Drittel der Strauchgröße.
 
Verbreitung
Europäisch-westasiatische Strauchart, vom Tiefland bis in die Alpen bis
1000 NN, häufig, (auf den Nordseeinseln fehlend).
 
Vorkommen
Waldränder, Gebüsche, Hecken, Buschdünen, auf verlassenen Ackern
und Wiesen, in Weinbergsmauern, Lesesteinhaufen, felsige Hänge.
 
Standort
Sonne - lichter Schatten (Schößlinger vom Schatten in die Sonne
vorwandend!) wärmeliebend, Hitze vertragend, frosthart, Boden und
Lufttrockenheit aushaltend, trocken - frisch, nährstoffreich, städig-steinige
Lehmbäden, Schotter, Lehm, Lößleim, seltener Ton, Kalk bevorzugend,
schwach sauer - alkaisch, windresistent
 
Verwendung
Pioniergehölz, Gruppengehölz in Hecken und Schutzpflanzungen
(wegen Lichtbedürfnis mehr in Randsituationen pflanzen, in
Ackerbaugebieten die ungehemmte Ausläuferbildung berücksichtigen),
Kniks, Halden, Verkehrsbegleitgrün, Widerbegrünung von Material-
entnahmestellen (Rohbodenpionier), angerissener Waldränder und
Rutschhängen, als lebender Stacheldrath, ausschlagsfreundlich, zäh und
wiederstandsfähig gegen mechanische verletzungen, wegen des hohen
Insektenbessatzes und der Fraßbelastung (oft Kahlfraß im Juni), sollte
Prunus spinosa nicht in Großgruppen, sondern in kleinen Stückzahlen,
stets unterbrochen von anderen Straucharten gepflanzt werden, Tier
bzw. Vogelschutz und nistgehölz, in Obstanbaugebieten keine übertriebene
Verwendung!, bedingt Zierstrauch (Ausläfer!). Geschnitten als Füllung
von Dornwände auf Gradierkonstruktionen, die Rinde trotz der agressiven,
kohlensäurehaltigen Sole, sich nicht von den Zweigen löste.
 
Formen
Die Schlehe gilt als formenreich und in vielen äußeren Markmalen als
variabel, es ist nicht geklärt, ob die abweichenden Markmale stets
konstant bleiben, Bastardbildungen (speziell mit Prunus domestica -
Pflaume) sind beobachtet worden, einige wenige Zierformen mit gefüllten
oder rosa gefärbten Blüten werden gelegentlich zur Bepflanzung im
Garten angeboten.
 
 
 
Prunus spinosa
Rosaceae/Rosengewächse
Schlehe, Schlehedorn, Schwarzdorn
 
Wuchs
Normalstrach, sparrig verzweigt, in dieckichtartigen Beständen 1-4 m,
langsamwüchsig.
 
Blüte
Weiß, sehr zahlreich, meinst vor dem Laubaustrieb, April,
Insektenbestäubung.
 
Früchte
Kirschengroße Steinfrüchte "Schlehen", schwarz gefärbt und blau bereift,
ab September färbend, den Winter meist hängend bleibend, eßbar nach
Frosteinwirkung, herb-säuerlicher, zusammenziehender Geachmack,
Vogelverbreitung.
 
Blätter
Wechselständig, klein, sehr veränderlich breit-lanzettlich bis elliptisch,
Austrieb Ende April, oberseits dunkelgrün, unterseits mattgrün,
Herbstfärbung meinst fahlgelb, unauffällig, seltener gelb-orange.
 
Zweige
Schwärzlich, sparrig, abstehend, Kurztriebe in Dornen endend, zäh,
elastisch, bei Bodenkontakt gelegentlich bewurzelnd.
 
Wurzelsystem
Flachwurzler mit ausgedehnten, äußerst zähem Wurzelgeflecht,
weitstreichender Ausläuferbildung bis 10 m., zahlreiche Schößlingsnester,
empflindlich gegen Überschwemmungen, verträgt Einschüttungenbis zu einem Drittel der Strauchgröße.
 
Verbreitung
Europäisch-westasiatische Strauchart, vom Tiefland bis in die Alpen bis
1000 NN, häufig, (auf den Nordseeinseln fehlend).
 
Vorkommen
Waldränder, Gebüsche, Hecken, Buschdünen, auf verlassenen Ackern
und Wiesen, in Weinbergsmauern, Lesesteinhaufen, felsige Hänge.
 
Standort
Sonne - lichter Schatten (Schößlinger vom Schatten in die Sonne
vorwandend!) wärmeliebend, Hitze vertragend, frosthart, Boden und
Lufttrockenheit aushaltend, trocken - frisch, nährstoffreich, städig-steinige
Lehmbäden, Schotter, Lehm, Lößleim, seltener Ton, Kalk bevorzugend,
schwach sauer - alkaisch, windresistent
 
Verwendung
Pioniergehölz, Gruppengehölz in Hecken und Schutzpflanzungen
(wegen Lichtbedürfnis mehr in Randsituationen pflanzen, in
Ackerbaugebieten die ungehemmte Ausläuferbildung berücksichtigen),
Kniks, Halden, Verkehrsbegleitgrün, Widerbegrünung von Material-
entnahmestellen (Rohbodenpionier), angerissener Waldränder und
Rutschhängen, als lebender Stacheldrath, ausschlagsfreundlich, zäh und
wiederstandsfähig gegen mechanische verletzungen, wegen des hohen
Insektenbessatzes und der Fraßbelastung (oft Kahlfraß im Juni), sollte
Prunus spinosa nicht in Großgruppen, sondern in kleinen Stückzahlen,
stets unterbrochen von anderen Straucharten gepflanzt werden, Tier
bzw. Vogelschutz und nistgehölz, in Obstanbaugebieten keine übertriebene
Verwendung!, bedingt Zierstrauch (Ausläfer!). Geschnitten als Füllung
von Dornwände auf Gradierkonstruktionen, die Rinde trotz der agressiven,
kohlensäurehaltigen Sole, sich nicht von den Zweigen löste.
 
Formen
Die Schlehe gilt als formenreich und in vielen äußeren Markmalen als
variabel, es ist nicht geklärt, ob die abweichenden Markmale stets
konstant bleiben, Bastardbildungen (speziell mit Prunus domestica -
Pflaume) sind beobachtet worden, einige wenige Zierformen mit gefüllten
oder rosa gefärbten Blüten werden gelegentlich zur Bepflanzung im
Garten angeboten.
 
 
 
 
 
Prunus spinosa im April
 
 
Neusalzwerk
 
 
 
 
 
Neusalzwerk
 
 
Naturereignis das in geringer Tiefe oder zu Tage in Werrethal, Sole vorhanden war führte im Jahre 1746 zur Entdeckung eine 3%-ige Solquelle, in der Bauernschaft Mellbergen Amts Hausberge. Friedrich der Große suchte vergeblich nach einem zuverlässigen Baupächter für Mellbergen, da er sich nicht getraute, wegen der Konkurenzneides der Mindener einen aus der Nähe zu nehmen. Damals waren wieder feinselige Parteiungen in Minden vorhandeln, und zwar zwischen der Regierung und der Kammer. In der Zwist spielten Übergriffe seitens der Gewerkschaft und die Frage  bezüglich ihrerrechtlichen Stellung und der Befugnisse der Bevölkerung gegenüber eine Rolle. Sonderbarerweise war die Kammer gewerkschaftsfeindlich, trotzdem doch von ihr die ganze Bewegung zur Gründung der Gewerkschaft ausgegangen war. Aber man wird daran die Aufklärung finden, daß infolge nicht nähe Bekannter Differenz aus der Gewerkschaft verschiedene Kammermitglieder 1748 ausgetreten waren, die eine Zahl von 46 Kuren repräsentierten. Die Summe der Kuren betrug  infolgedessen 1752 nicht mehr als 256, sondern nur noch 210. Wie aus dem Interessenttenverzeichnis des gleichen Jahres hervorgeht, waren damals von den Kammermitgliedern nur noch der neue Präsident v. Massow um die Erbauung des Salzwerks. Auch er sah im Geiste an der Weser das Riesenwerk der Magdeburgischen Salzindustrie erstehen. In anerkennungswerten dieser brachte er gleichzeitig mit seinen Bemühungen bei Melbergen die Ausnutzung der Brochterbecker Salzquellen nochmal in Anregung, weil er hoffte, von dort aus Lingen und Teckleburg mit Salz versehen zu können. Auch er dachte an die Übernahme der Siedepacht. Um sich einschlägige Kenntnisse zu erwerben, besuchte er 1750 eigenes für einige Zeit das Salzwerk zu Salzdorf bei Rodenberg. Als er Bergmeister Rielke, der bei Gewerkschaft im Dienst stand, sich mit den Gewerken überworfen hatte, nahm der Präsident ihm sogleich in seine persönlichen Dienste v. Massow hatte nicht erwartet, daß der König nicht ihm sondern den beiden damaligen Siedepächtern des königlichen Salzwerks bei Unna dem Baron von Tork und dem cleveschen Kriegsrat Johann Bertram Rappard die Erbauung der Saline übertragen würde. Der Ingenieur Gottfrid Konrad Struve hatte die Baupläne dazu entworfen. Mit der Baupacht hatten die beiden Baupächter, die aus begreiflichem Grunde von vornherein Massows Gunst befassen zugleich die Einrichtung des Siedebetriebes übernommen. Ihr Projekt ging dahin, den Siedebetrieb auch in Minden in ihre Hände zu bekommen und die Bersellung genau wie in der westfälischen Mark einrichten zu lassen. Die preußische Regierung hatte die Sälzer doert in ihren Gerechtssamen und Privilegien  anerkennenmüssen und war daher schon 1732 dazu übergegangen, nahe der Dr. Zahnschen Saline bei Unna durch den Bürgermeister Lecke von Iserlohn ein Konkurrenzunternehmen anzulegen, das infolge KKonkurs1745 in fiskalischen Betrieb genommen wwar 1749 hatten Johann Bertram Rappard, der bei der cleveschen Kammer Dezernent des Salzwesens war, und Baron von Tork die Saline zu Unna in Pacht erhalten und durch ihre von Königen genehmigten Verbesserungen die fiskalischen EEinkünfteerheblich vermehrt. Aus diesen Überschüssen sollte nach dem Vorschlage der Siedepächter die Saline bei Mellbergen oder wie sie auch bisweilen heißt bei Rehme erbaut werden. Friedrich der Große hatte aber durch die günstigen Erfolge von Unna ein nachhaltiges Interesse gefaßt, das sein Aufschub mehr dulden wollte. Im Juli 1751 hatte er 27000 rtl. aus der kurmärklischen Landschaftskasse den Bauleitern überwiesen. Er befahl ausdrücklich, sie sollten das Werk nicht sukzessive aus den Revenüen von dem Salzwerke in Unna erbauen, sondern ohne Kosten zu scheuen den Bau poussieren, daß man bald zu Überschuß kommt. Kurz danach bewilligte der König noch weitere 13000rtl. zum Bau. Dem energischen Bemühen der beiden Salzkomissare gelang es tatsächlich, den Siedebetrieb so schnell zu ermöglichen, daß, die Kammer bbeauftragtwerden konnte schon, schon 28.05.1752 dessen den laufenden Kontrakt zu kündigen. Dessen machte keine Schwierigkeiten und erlaubte sich zu Aushilffslieferungen bereit. Weit über 300 Arbeiter sah das kleine Dorf Rehme damals in seinem Feldern bei der Arbeit. Es galt nicht allein den Bau des Salzwerks, es galt die Erschließung der ganzen bis dahin weltverlorenen Gegend. Die Anlage des Salzwerks erhob sich auf etwas beschränktem Terrain in quadratische Form am rechten Ufer der Werreniederung in der Weise, das die Bohrungen der leitenden Beamten die vierte Seite zu der U-Form errichten Magazinen und Siederhäusern bildeten. Etwas mehr Werre aufwärts wurden auf ehemaligen Länderein der Gohfeldschen Vogtei die Gradierwerke in 800 m. Länge angelegt und neben ihnen eine Wassermühle zum Betrieb der Pumpen, die Soole auf die Gradierschiffe heben sollten. Das Mühlenwasser wurde durch eine besonders erbauten Mühlenkanal auf das Wasserrad geleitet, der oberhalb eines durch von Massow angelegten Siels und Staudamms die Werre verließ.
Entgegen den Aufschlägen Rappards und Torks hatte von Massow erklärt, daß der Bau des erwanten Dammes und Des Siels billiger könnte hergestellt werden. Er ließ sich diesen Teil des Bauprojektes, zu dem außer Erdanfuhren und dergl. 20.000 Faschinen notwendig waren. Wir sehen darin, das Massow den Wunsch nicht aufgegeben hatte, zum Salzwerk in engere  Beziehung zu tretten. Aber gleich im winter 1952 durchbrach die Werre den Damm und legte den Mühlengraben trocken, sodaß die Saline nicht in Betriebgesetz werden konnte. Nach den alten Kostenanschlägen und Bauplänen wurden daher von den beiden Bauunternehmen ein neues Siel und der große Melberger Damm mehrere Kilometer Werre aufwärts hergestellt. von dort her wurde auch der neue Damm gegen Werreüberflutungen geschützte Mühlenkanäle an die Wassermühle geleitet. Trotz 3%-ige Sole im erstem abgetäuften Brunnen, konnte man schon das Fürstenthum Minden und die Grafschaft Ravensberg mit eigenem Salz versorgen. Bald nach der Beriebsfähigkeit des Salzwerkes
wurde am 29 August 1752 von Berlin das bei Enar=Minden gedruckte
"Neu Salzregelment für die Minden, Ravensberg, Lingen und Tecklen-
burgische Provinzen" erlassen und überall in Lande ausgehängt.
Es erneuerte daß Verbot ausländischen Salzes und setzte die Konscription
auf Grund von Proberegistern -es wurde nach innen Die "Probe"
gemacht, ob die Abnahme dea Salzes seitens der Untertanen richtig
erfolgte -nach dem Beispiele der Märkischen Einrichtung definitiv
an der Weser durch. Es wurden auf jede Person über 9 Jahre, 17,17 l.
zur Abnahme festgesetzt, ausgenommendie sog. Einliegerfamilien
(Mitwohner), die nur auf 13,74 l. verpflichtet wurden, wenn sie nicht
selbst einschlachteten. Der Umstand, das man den Salzkonsum in den
geschlossenen Städten vor Schmuggel durch die Torwachen und die
Mauern genügend gesichert glaubte, gab den Grund zur Konscription-
freiheit Lübbeckes und der drei Garnisonstädte Minden, Herford und Bielefeld, woneben man den vor einer Konscription schützenden Einfluß
der dort ansässigen, einflußreichen Personen nicht vergessen durfte.
Prälaten und Ritterschaft bleibten bei ihrer alten Freiheit. Bezüglich des
Viehstandes würden die Besitzer mit einer Pflichtabnahme von Salz belegt
die auf jedes milchende Stück Vieh 6,87 l. betrug. Die Festsetzung, des Quantums für jede Familie geschah auf besonderen jährlichen Terminen,
die von der Ortsobrikeit angesagt wurden und bei dennen die Hausbesitzer
zwecks Angabe, bezw. Berichtigung des Peronenstandes ihrer Besitzungen
verpflichtet waren, bei eine Strafe von 1 Rthl. zu erscheinen. In jedem
Irrtums oder Betrugsfalle trat die gleiche Verstrafung ein. Der vierte Teil der Strafgelder floß den Kommunalkassen zu, ein Achtel den Angebern.
Die Ortsobrigkeiten hatten nach diesen Personnenstandsaufzeichnungen die Quanten pro Bauerschaft, Familie zu berechnen und die Salzbüchlein
auszufertigen. Für die Stätte war ein Minimum des Verbrauches festgesetzt
und der Handel dort nach öffentlich festgelegten Preisen den Kaufleuten
überlassen , die das Salz unmitelbar von der Koktur beziehen konnten.
Der Bezug des Salzes in großeren Mengen, etwa bauerschafts oder
amtsweise  war auch der Landbevölkerung gestattet. In den Städten lag
die Aufsicht zur Verhütung Von Defrauden in den Torwächter, auf dem
Lande in dennen der Ortsobrigkeiten, die deshalb auch an den Straf-
geldern teil hatten. War das Pflichtmäßige Jahresquantum von irgend
jemand bis zum 15 Mai nicht abgeholt, so bezahlte er außer der Strafe
den Wert des nicht abgeholten Quantums an die Ortsobrigkeit. Das
Neusalzwerker Salz passierte überall im Lande accisfrei, da die Accise
gleich auf der Koktur entrichtet werden mußte. Die Salzpreise wurden
festgelegt mit Zugrundelegung der Tabellen der Salzpacht. Der Verdienst
aus dem Salztransport sollte ursprünglich, den Fuhrleuten zukommen,
die aber nicht mehr als 4 Rthl. 22 gr für eine Lastmeile fordern durfen.
 
Vielle weitere missgelungene Bohrversuche an dem südlichen und
nordlichen Hochuffer des Werrethals musste man anzustellen. Im Jahre
1764 der Kriegsrath von Rappard entdeckte 9%-ige Quelle und und
abgetäufte auf Rappards Brunne. Von diesen Zeitpunkt an kann mann
die glückliche Verbesserung rechnen, obgleich vorher schon so bedeutend
geworden war, das die Grafschaften Tecklenburg und Lingen mit Salz
beliefert waren.
Im Jahre 1769 wurde von einem Blehhirten in Gegend des damalligem
Fridrichs Wilhelms Brunnens eine 9%-ige Soole entdeckt, die zu Tage
ausfloß. Der Geheime Oberfinanzrath Stuve benutzte diese Entdeckung,
und ließ der Friedrich Wilhelms Brunens abtaufen. Das Werk wurde
noch mehr erweitert und Ostfriesland von hier mit Salz versorgt.
Bis zum Jahre 1800 war der Freidrich Wilhelms und Rappords Brunnen
allein im Gebrauch.
1799 wurde in Schulzens Wiese Bohrloch gemacht weil der Salinen
Bauinspektor Alisch und Brunnenracister Fricke seit mehrere Jahren
eine hochprozentige Soolequelle,die zu Tage ausfloß entdeckt hatten.
Diese glückliche Versuch brachte aus einem Borloch mit 7,83 cm Durchmesser und 79 m. tiefe, 0,06 Kubikmeter pro Minute 9,5%-ige Sole.
Von dieser Zeit an sind bis 1806 nach Angabe des Kriegsraths und
Salinendierektors Meier viel vergeblicheBorversuche gemacht, im
Eidingshaüser Felde, am nördlichen Werreufer, im Rehmer Felde u.s.w.
Der glücklichste unter allen war sogenante Kolk zwischen der Krüger
und Röhrenbrücke wo ein Bohrloch von 40,8 m. tief pro Minute 0,15 cbm.
8,5 %-ige Sole gab.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Bad Oeynhausen
 
Salzhausen
 
Bad Salzhausen
Man muß auf der Landkarte schon ein bißchen suchen, um Bad Salzhausen
zu finden. Denn es ist kein Bad, das sich als lebhafte Stadt etabliert hat -
hier herrscht die Idylle.
Die geschichte macht deutlich, das Salzhausen historischer Boden ist, auf
dem gewinn- und glückbringend für die Menschheit gewirkt wurde.
Amtmann Roland Krug von Nidda übernahm die Sode Salzhausen 1593 als
Lehen von hessischen Landgrafen. Er hatte von allem gesotteten Salz den
Zehnten an das herrschaftliche Haus zu liefern. Je mehr Salz gesotten wurde,
das so höher war auch der Anteil des Landesherrn, der deshalb der Ausbau
der Siedeanlage förderte. Die Zeit von 1634 bis 1648 waren Schreckensjahre
für die Saline der Wetterau. Das Nauheimer Werk brannte 1635 ab. Die
Bevölkerung suchte zeitweilig in Friedberg Zuflucht. In diese Notzeit steigen
die Preise, eine Meste Salz hat 90 Albus gekostet. Der Albus (Weißpfennig)
war eine Silbermünze, die von 14 bis 19 Jahrhundert gebräuchlich war und
einen Wert von etwa 10 Pfennigen hatte. Die Meste war ein altes Frucht
Gewichtsmaß. Sie wog 25 Pfund. Der Gegenwert für ein Ei wurde mit einem
Albus angegeben. Die Maste Salz zu 90 Albus war demnach wertgleich mit
90 Eiern. Ein Pfund Salz wäre mit 36 Pfennigen zu berechnen. Das Ei kostete
knapp den vierten Teil, sicherlich waren die Eier damals auch Mangelware,
aber noch begehrter war das Salz.
Im Jahre 1729 verfallener Salzwerk war von Landesherrschaft erkauft worden,
und zwei neue Gradierhäuser größeren Ausmaßes (Länge 69 m, Breite 7 m
und Höhe 7,5 m.) erbaut und vier Brunnen gefaßt. In den vier neuen
Brunnenhäusern hat ein Kunstwerk Arbeit von acht Männern geleistet. Diese
Knechte wurden jährlich mit 600 Gulden entlohnt. Die Antriebskraft lieferte
ein Kunstrad, das zusammen mit den Häusern (Kunsthäuser) im Jahre 1734
um 2300 Gulden verakkordiert wurde. Im Jahre darauf wurden zwei Maultiere
und zwei Esel zu treten das Kunstrad (Tret oder Trittrad in welchem die Tiere
gingen) angeschafft. Sie brachten, auf der Stelle tretend, diese Rad in Gang,
und Sole aus drei Brunnen hoch. Ein vier Meter hohes Wasserrad pumpte
ab 1754 die Sole aus dem vierten Brunnen auf einen dabeistehenden Gradierbau, das Antriebswasser kam aus dem Eischweiher.
Die Gradierbauten waren so aufgebaut, daß der Wind vorteilhaft durch die
Stroh oder Dornwände streichen konnte, so dann aber auch darauf, daß die
Wände einem stärkeren Windstoß standhielten und ausreichend verstrebt
und verankert waren. Trotzdem spielte der Wind in der Nacht von 1 auf 2
September 1771 einen üblen Streich. Auf eine große Windstille und ein
fürchterliches Donnerwetter folgte plötzlich ein schrecklicher Sturm mit,
Regen, welche Bäume, Dächer, und in einem Augenblick den besten Gradierbau niederwarf. Dabei wurden drei Gradierknechte drei Stockwerke
hoch heruntergeworfen und erbärmlich zugerichtet. Zwei davon waren
gefährlich verwundet, auch starb der eine bald hernach.
Langsdorff, der die "Neueste Epoche der Salzsiederei im Jahre 1776"
einleitete, schaffte das Trittrad ab und ließ eine Göpel oder Roß Kunst
einrichten. Er ersetze die Maultiere und Esel durch Pferde, da diese auch
zu anderen Arbeiten zu gebrauchen waren, wenn die Salzsiederei im Winter
ruhte. Pferde hatten es besser als ihre langohrigen Vorläufer, sie waren
vor einen langen Hebelarm gespannt, liefen im Kreis herum und setzten so die Pumpen in Bewegung.
Die Göpelkunst das doppelte Quantum Sole aus dem Brunnen förderte als
jenes Trittrad. Langdorff ließ auch ein größeres Wasserrad von 7,5 m.
Durchmesser aufstellen. Das alte, viel kleinere Rad war für ihn ein Spielwerk,
das er abschaffte. Das neu Rad wurde in den neu erbauten Salzgraben (Salzbach) gehängt. Der gemauerte Graben bewirkte, daß das versumpfte Tal entwässert wurde, das oft schädliche Oberflächenwasser fand ausreichenden
Abfluß in die Nidda. Um diese Rad mit genügend Aufschlagwasser zu
versorgen war nötig zwei Sammelteiche (Kunstteiche) mit ergiebigen Quellen
anlegen.
In Salzhausen war genügend Sole für eine große Anlage vorhanden, acht
Salzbrunnen, welche liefern genügend Sole, um die erbauten Gradierhäuser
zu versehen. Zwei neue Gradierhäuser entstanden, auf die drei Windmühlen
gesetz wurden. Somit hatte das Kunstwerk drei Kraftquellen: das Wasser
aus den Kunstteichen, die Pferde an der Roßkunst und den Wind.
Das Tal der Nidda liegt 30 Fuß tiefer als das Salinetal, im Jahre 1776 bis
1786 Langsdorff  baute sein technisches Wunderwerk. Er hatte seine
geistige Beweglichkeit nicht allein mit Höhenmessungen unten Beweis
zu stellen, ach die Fragen des Kanalbaues, der Rad und Stangenkonstruktion,
sowie reine Verwaltungsfragen kamen auf ihm zu. Mit Grundstücks-
eingentümern in Unter-Schmitten und Kohden mußten Verhandlungen geführt werden. Denn der Kanal, der das Niddawasser dem geplanten Wasserrad
bei Kohden zuführen sollte, begann unterhalb Oberschmitten. Das Radhaus
in Kohden, wieder ein Kunsthaus, war der Endpunkt des Salinenkanals,
und das mächtige Kunstrad darin war der Anfang und die Kraftquelle der
großen Anlage. Langsdorff nivellierte, rechnete, zeichnete, veranlaßte, daß
dieses Kunstrad von 7,2 Meter Höhe mit 64 Schaufeln von 1,80 Meter Breite
und drei besonders widerstandsfähigen Radkränzen ausgestattet wurde,
um als ungeheure Maschine dem Wasserdruck standzuhalten. An Aufschlag-
wasser war kein Mangel. Die erste Eingußschaufeln des Rades faßte 85 kg Wasser und wirkte mithin über diese eine Schaufel. Der starke Kurbelzapfen
bewegte ein Gestänge, das in seine Länge von 7751 Darmstädter Fuß (ca. 2,5 km) die große Stangenkunst in Nauheim um das Dreifache übertraf. Die einzelne Stangen wurden Kunststangen genannt, das gesamte Gestänge war
die Stangenkunst. Sie lief von Pfosten zu Pfosten (Kunstpfosten), die 6 Meter
voreinander standen. Es galt nun, das Geständige gradlinig den Berg hinauf-
zuführen, um die stärkste Steigung zu überwinden, mußten zwei Kunstkreuze
von je 6 Meter Höhe errichtet werden. Dann war ein tiefer Hohlweg zu über-
schreiten, der Vietrieb (er war nach dem Plane Langsdorff die einzige direkte
Verbindung zwischen Borsdorf und Nidda und heißt noch heute der Bors-
Dörfer Weg. An jeder Stelle, wo die Richtung der Stangenkunst gebrochen
wurde, mußten besonders starke Drehpunkte errichtet werden, und die erste
große Wende machte das Gestänge auf der Höhe, unweit der heutigen
Eisenbahnbrücke. Eine solche Stelle wurde Werkstempel genannt, und die
Straße von hier nach Nidda heißt noch heute so. Obwohl die Kunststangen
an ihren Enden mit Eisenringen verstärkt worden waren, hielten sie an den
Verbindungsstellen die Belastung nicht aus und zerbrachen. Bis zum End-
punkt verringerte sich der Hubweg der Stangen, der am Rad in Kohden 34
Zoll betrug, bis auf  8 Zoll (2,5 cm), er erlitt einen Verlust von 26 Zoll.
Das die Verminderung des Hubes zum Teil in der grösseren, obgleich dem
Auge unmerklichen Biegung der Stangen, wie auch in der eigenen Zusammen-
drückung der Holzfasern war kein Zufall. Das große Rad bewegte die Stangenkunst mit Leichtigkeit, nun ging es daran, das von diesem Rad
abfallende Wasser weiter zu nutzen. Das Flußwasser sollte den 42 Meter
hohen Berg hinaufgedrükt und nach Salzhausen weitergeleitet werden.
Hier brauchte man Aufschlagwasser zum Antreiben der Wasserräder. Dem
Niddawasser nach dem bewegen der großen Maschine kein geruhiges Weiterwandern vergönnt, es sammelte sich am Rad in einem Behälter. Das
Rad setzte eine Pumpe in Bewegung und drückte das Wasser durch eiserne
Rohren den Berg hinauf. Nach einer Steighöhe von 27 Metern die drei letzten
Rohren hielten den Wasserdruck nicht aus und zersprangen. Langsdorff
an diese Stelle lieg eine Etage, sie bestand aus einem Sammelbehälter, in
welche sich das heraufgepumpte Wasser ergoß. Die Stangenkunst, die neben
den Röhren herlief, bewegte dort ein weiteres Pumpwerk und schaffte das Wasser die restlichen 15 Meter Höhe hinauf in einen Sammelteich, von
diesem weiter auf der Höhe am großen Wendeblock der Stangenkunst floß
das Wasser teilwärts, um auf  das 9,30 Meter hohe oberschlächtige Rad am Fuße des Radbaues zu treten. Aber auch hier wurde es noch weiterbemüht.
Es lief in die nahen Kunstteiche Rolands und  Landgrafenteich, und durfte
nun weiter unten das Wasserrad im Salzgraben, auch ein oberschlächtiges Rad
drehen helfen. So wurde jedem Wassertropfen eine dreifache Arbeitsleistung
abverlangt, der Lauf über das Kohdener Rad und die beiden Räder in
Salzhausen.
 
Der Kanalbau nach Kohden verlief zügiger, da waren keine Felsen im Wege.
Alle 30 Meter wurde den Arbeitern bei der Grabenführung das Gefälle
angegeben. Langsdorff durfte sich bei der Höhenmessung, dem Nivellierung
nicht grob vertun. Am Ende sollte ein gutes Gefälle zum Rad hin heraus-
kommen. Das Gestänge nach Salzhausen, das Rad und die Radstube waren schon gleichzeitig mit dem Kanal angelegt worden. Das letzte Stück des
Kanals wurde vom Rad aus vorgenommen bis dahin, wo mit dem Graben
in Kohden haltgemacht hatte. Es zeigte sich, daß an diesem kritischen Punkt
das Gefälle zwei Fuß tiefer ausgefallen war, als errechnet war, aber diese
Differenz war unbedeutend bei eine Gesamtlänge des Grabens von 3 km.
Kurz vor dem Rad führte ein aus starkem Eisenblech verfertigtes Wasserbeet
in das Dach des Radhauses hinein. Es wurde an eisernen Stangen aufgehängt.
Das Wasser stürzte mit dem nötigen Gefälle auf das 1,80 Meter breite und
7,20 Meter hohe Rad (zum Vergleich: das heutige Rad in Salzhausen ist nur
1 Meter breit, etwa 1 Meter niedriger, hat aber auch 64 Schaufeln).
 
Das Gradierrundbau und der nahe lange Bau waren die ersten Kraftabnehmer
für das Gestänge. Da gab es keine Salzquellen, sie waren weiter im Tal und
mußten von dort gepumpt werden, das besorgte ein oberschlächtiges Wasser-
rad jenseits des Hügels, das von der noch zu besprechenden Wasserkunst betrieben wurde. Die Stangenkunst, die von diesem Rad aufging, lief bis zu einem Salzbrunnen in der Nähe der Schwefelquelle.
 
Damit diese beiden Gradierwerken auf dem Hügel beständig genug
in der Hauptsiedezeit zugeführt werden konnte, in den Zwischenraum des Rundbaues einen Soolebehälter von etwa 4 Meter Tiefe in pure Felsen ausgebrochen mußte. Diese Reservoir wurde überdacht, auch neben herum verbohlt und dahinter mit Latten verwahrt, auf  dem Boden aber blieb es frei. Im Lichten beträgt seine Weite 60 Meter, und es wurde während der
Winterzeit 3,6 Meter hoch mit veredelte Brunnensoole angefüllt, um einen Vorrat auf den Sommer zu haben.
 
Der Rundbau und im besonderen die Stangenkunst war einmalig in der
ganzen Welt, der Rundgradierbau auf  dem Hügel (wegen der fünf langen
Gradierhäuser in Quellennähe im Tal kein Platz mehr war) hatte den Zweck, einen besseren Luftdurchzug zu erwirken. Solche runder Bau wegen seine
eigentümlichen Spannung keinen Umsturz zu befürchten hatte, also keiner Windstreben bedürfte und daß die Gradierung selber gut vonstatten gehen
müsste, weil solcher Bau, zu allen Zeiten und bei allen Winden über die
Hälfte benutz werden könne. Der kreisrunde Gradierbau hatte innen 62
Meter Durchmesser, außen 76 Meter und eine Höhe von 9 Meter, er hielt
die heftigsten Winde unerschüttert aus, und sein Nutzen war ungleich größer
als der eines langen Gradierbaues. Benutzt wurde zur Vorgradierung. Das
konzentrierte Solle, das unten den Dornwänden sich in Kästen sammelte,
lief weiter zum großen Gradierbau, der über 200 Meter lang war. Dort wurde
die dichtere Sole wieder durch die Stangenkunst hoch gepumpt, erreichte
nach Tröpfelweg eine hohe Sättigung und erforderte bei Sieden einen
geringen Aufwand an Energie.
Um das Jahr 1820 standen in Salzhausen 6 Gradierwerke von 210, 80, 155,
152, 124, und der runde mit einen Umfang von 240 Meter (961 Meter).
Einem Gradierer waren 100 Meter Dornwand zur Bearbeitung gegeben.
Wo er noch durch Handpumpen die Sole hoch befördern mußte, hatte er
nur 30 Meter Dornwand zu betreuen. Die Gradierer hatten den Zufluß der
Sole zu regulieren. Die Pumpen meist durch Wasserräder bewegt,
beförderten die Sole aus den Brunnen hinauf in die Tröpfelkästen über der
Dornwand. An den Kästen waren im Abstand von 40 bis 60 cm Hähne
angebracht. Jeder Hahn hatte eine Rinne mit Einschnitten unter sich.
Bei recht warmen und windstillem Wetter (Zehrwetter) waren auf allen
Seiten die Hähne zu öffnen. Bei feuchter Witterung wurde der Zufluß
gedrosselt, und bei Sturmwind waren die Hähne ganz zu verschließen.
Der Wind sollte die kostbare Sole nicht wegblasen. Der Gradierer mußte
auf  Wind und Wetter ein wachsames Auge haben, beständig an dem Gradierhaus auf- und abgehen und mit einer Leckschaufel das von den
Dornen abgetröpfelte Wasser aus den Solidesten wieder in Höhe werfen.
Mit diese Schaufeln war er imstande, das Wasser über 6 Meter hoch an die Dornwand zu spritzen, um die Sole nach wiederholter Durchrieselung
hochprozentiger zu machen. Ein Gradierer hatte wetterkundig und wachsam
zu sein. Nach der Sodenordnung standen alle unteren Bediensteten unter
ständiger Aufsicht der höheren, der Officianten, und diese hatten wieder
Gegenkontrollen unten sich zu üben. Der kleine Gradierer fühlte dauernd
das Auge des Kontrolleurs auf sich gerichtet, bei Nichtbeachtung Anwei-
sungen hatte er mit Bestrafung zu rechnen, z.B. wenn er die Tropfhähne
nicht nach Vorschrift bediente und die Tropfelrinnen nicht gehörig säuberte.
Bei  ersten Vergehen wurde ihm ein ganze Taglohn, bei zweiten ein halber
Wochenlohn und beim dritten ein ganzer Wochenlohn als Strafe einbehalten.
Wenn er sich dann noch nicht besserte, sollte er entlassen werden, auch
wenn er saumselig und müßig beim Abgießen mit Leckschaufel angetroffen
wurde, hatte er nach dreimaliger Geldstrafe mit seine Entlassung zu rechnen.
Ähnlich harte Anordnungen galten für alle Bediensteten des Salzwerks. Es ist
der Ausdruck einer Zeit, in der man den Arbeitnehmer als Untergebenen
behandelte und noch keinen Achtstundentag kannte. Der Arbeitstag dauerte
von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Der Gradierer verdiente 20 bis 22
Kreuzer täglich (1 Kreuzer = 4 Pfennige).                                                           
 
Im Gradierhaus wurde die Brunnensoole siedbar gemacht. Nachdem sie den gewünschten Grad der Lötigkeit erreicht hatte, lief sie in den Solenbehälter
und von dort in die Pfanne zum Versieden. Das Sieden geschah im Siedhaus,
auch Sode oder Salzkothen genannt. Es war ein fester Bau aus Steinen, je
nach Größe fanden darin 2 bis 8 Pfannen Platz. Zur Blütezeit der Salz-
siederei (um 1820) waren, zwei Siederhäuser in Salzhausen im Betrieb. Im
ersten befanden sich 2 Pfannen von je 7,50 Meter Länge, 2,10 Meter Breite
und 45 cm. Tiefe. Die acht Pfannen im zweiten Siedehaus waren nur 6,30
Meter lang. Pfanne wurde aus quadratischen oder rechteckigen Tafelblechen
verfertigt, das vernieten dieser Stücke verstand nur der geübte Pfannen-
schmidt. Er dünkte sich ganz groß und nannte sich so zum Unterschied von
andern niedern Schmidtgeschöpfen. Der erste Gebrauch der Pfanne mußte
erweisen, ob das Vernieten bestens ausgeführt war und ob alle Zwischen-
räume und Fugen durch Makulaturpapier, Lumpen oder durch guten Kitt
gründlich verstopf waren. Die fertige viereckige Pfanne wurde verstärkt
durch querliegende Pfannenbäume, die mit Pfannenkrappen befestigt, ein
Durchbiegen des Pfannenbodens nach Füllung mit Sole verhinderten. Sie
wurde auf dem Feuerherd eingemauert, jedoch nicht ganz waagrecht,
sondern mit einer Steigerung von etwa 3 cm. nach den Schornstein hin.
Damit erreichte man ein dauerndes Zirkulieren der Sole vom vorderen
Teil der Pfanne, worunter sich die Feuerstelle befand. Die kältere obere
Sole fiel dann nach unten zurück, damit wurde alle Sole gleichmäßig heiß.
Der Feuerherd war aus Lehmsteinen oder gebackenen Steinen aufgemauert,
die inneren Seiten nach außen gebogen, damit die Feuertheiligen oder
Wärmestrahlen nach der Mitte des Pfannenbodens hin dirigiert wurden.
Der Rost lag etwa 1 Meter unter dem Pfannenbodens und bot somit genug
Platz für die Langen Buchenspalten.
Die Sole lief aus dem Soolebehälter in die Pfanne, und gleichzeitig wurde
das Feuer angemacht. Jede Pfanne bedienten zwei Söder, die sich Tag und
Nacht ablösten. Bis sich erste Salzkristalle (Sole gar) zeigten, vergingen etwa
9 Stunden. Zum Kochen durfte an Feuerung nicht gespart werden. Die Sole
wurde zum letztenmal gereinigt indem man warf einen unreinen Schaum ab,
den der Söder mit dem Schaumlöffel abschöpfte. Danach wurde das Feuer
gedampft. Die Sole brauchte lange Zeit zum Anschießen des Salzes, zum
Auskristsllisieren (Soggen). Nach weiteren 60 Stunden fielen die ersten
Salzkerne zu Boden. Jetzt nahm der Söder den langen Kiß zur Hand, der
Salzkiß hatte ein größeres Sammelbrett, der Stiel war so lang, daß der Söder
damit bis über die Mitte der Pfanne reichen konnte. Das Salz wurde vom
Pfannenrad mit einer Kurzen Holzschaufeln in Spitzkörbe geschöpft. Neben
dem Siederaum befanden sich die Trockenkammern. Dahinein stellten die
Söder die Körbe reihenweise zum Ablaufen des Wassers. Der Schornstein
der Herdstellen führte durch die Trockenkammern und erwärmte auch das Magazin. Dort lag die Handelsware Salz, geschütz vor jeder Feuchtigkeit
und Verunreinigung. An Spitzkörben wurden um das Jahr 1817 jährlich
200 bis 300 Stück verbrauch. Ein Spitzkorb kostete 14 Kreuzer, daneben
war eine Menge grauer Mahnen im Gebrauch, die bis zu 20 Kreuzer kosteten.
Nicht alle Sole war beim ersten Auszug versotten. Das erste Salz war
das beste, es war der Vorschuß, dann wurde wieder mehr gefeuert, bis die
zweite Sorte anstoß, das Nachsalz. Aber auch danach blieb noch etwas
Sole übrig, die Mutterauge oder Bittersole, hieraus wurde das Bittersalz oder
Viehsalz gewonnen. Entweder ließ man die Muttersole erneut aufkochen,
oder man schöpfte sie in Tröge oder Kästen und setzte sie der Sonnewärme.
Ein ganzer Siedervorgeng vom Einlassen der Sole bis zum Herausschöpfen
der Mutterauge wurde als ein Werk bezeichnet. In Salzhausen mußten die
Söder bei vorhandener guter und Hinreichender Sole mindestens fünf  Werke
Salz wöchentlich fabrizieren. Im Winter wurde nicht gesotten. Während der Siedezeit sollten die Söder bei Verlust ihres Dienstes sich nicht unterstehen, weder Tag noch Nacht aus der Sode zu bleiben. Als Ruhestatt standen ihnen
Klausen im Siedhaus zur Verfügung. Nur während des Soggens durften sie
für einige Zeit abwechselnd nach Hause gehen. In der salzigen, heißen Luft
des Siedhauses hat es auch Durst gegeben, sonst wäre den Söden nicht besonders anbefohlen worden sich zu alle Zeiten nüchtern finden zu lassen.
Im Jahre 1817 wurden in Salzhausen neben 3500 Zentner weißen Salzes und
40 Zentner Viehsalz erzeugt.
In Salzhausen in Jahre 1817 bis 1820 wurden jährlich 10.000 bis 23.000 Dornwellen verbrauch.
 
Die schwierige Beschaffung des Holzes zum Bauen und zum  Brennen war
jedesmal mit ein Grund für den Niedergang der Saline gewesen. Braun-
kohlenlager bei Salzhausen ab Jahre 1815 beliefert die Saline mit Brenn-
material, die Kohle wurde zunächst nur zum Beheizen der Sudpfannen
benutzt und ab 1817 auch für den Haushalt verkauft. Im Jahre 1817 neben
einigen hundert Klaften Eichen und Buchenholz, verbrauchte das Salzwerk
an Braunkohlen 27.467 Zentner.  Bei dem Auf und Ab spielte mit ob sich ein tatkräftiger, selinenkundiger Unternehmer fand und ob der jeweilige Landes- herr zum Aufbau des Werkes finanzielle Hilfe gewährte.
In der Folgezeit die wirtschaftliche Entwicklung der maschinellen Kräfte und
die vorteilhaftliche Versiedung des Steinsalzes haben das Langsdorffs Werk
entwertet. Die Salzgewinnung wurde 1860 eingestellt und alle Anlagen
verschwanden.
 
Die Saline Salzhausen war durch den bedeutendsten und erfahrenen Salinist Johann Wilhelm Langsdorff, zu einer der wichtigen Salzfabrik geworden.
Sein ausführliches Handbuch der Salzwerskunde erschien 1781. Er nahm
1778 Wohnung in Salzhausen und hat in drei Jahren dieses Buch (nicht nur)
fertiggestellt. Auf zehn Tabellen (Zeichnungen) stellt er dar was er an
technisches Daten und Beschreibungen vorher ausführt. Das Buch gründet
sich auf jahrelange Erfahrungen, die er in vielen Salzwerken sammelte. Im
Buch findet man Aufzeichnungen über z.B. ersten Probesiedungen:
Am 20 September 1779 morgens um 8 Uhr 15 wurde die Pfanne Nr.1 mit
rund 9000 Liter 16 lötiger Sole gefühlt und Feuer angezündet. Die Pfanne
war 6 Meter lang, 4,23 Meter breit und 48 cm. tief. Daraus ergibt sich ein
Rauminhalt von 12 cbm. Der Herd hatte einen eisernen Rost, das Feuer
zirkulierte in der Herdstelle mit eingebauten Zügen. Die Pfanne war kalt
und nackend (es war kein Salzstein auf dem Boden derselben aufgebrannt).
Diese Sole wurde um 5 Uhr Nachmittags gar. Zu der eingekochten Sole wurden
wieder 4.500 Liter frische Sole aus dem Solebehälter zugelassen. Um 9 Uhr
30 wurde diese Sole gar. Nun wurden zum drittenmal 2.500 Liter zugelassen.
Diese Sole wurde um 12 Uhr 33 (nachts) gar. Jetzt begann daß Soggen mit
gedämpftem Feuer. Am 23 September mittags 12 Uhr 33, also nachdem es 60
Stunden gesogget hatte, wurde das erste Salz ausgezogen. Die erste Ausbeute, der Vorschuß, ergab 21 Zentner. Um 3 Uhr 20 wurde erneut Feuer unter die Pfanne gemacht, um das Nachsalz zu gewinnen. Am 24 September morgens 3 Uhr 10 waren noch 17 Zentner gesottet. Die verbleibende Bittersole erbrachte 50 pfund Vieh oder Bittersalz. Aus insgesamt 15.650 Liter eingefüllter Sole
wurden mit hin 38 Zentner Speisesalz gewonnen. Die aufgewandte Menge
Buchenholz von 392 Kubikfuß entspricht etwa 10 Raummetern Holz...
Sein Sohn Gottlieb (1777-1843) als Bergsachverständiger, nach vierjährigen Vorarbeiten fördert im Jahre 1815 die Braunkohle für die Saline.
Sein andere Sohn Karl Friedrich leitete die Entwicklung der Badeanstalt ein.
 
 
 
 
Salinisten
 
 
Der Ausfall seines Unternehmens Machte Massow den Bauherrn gewiß nicht geneigter. Er betrachtete sie mit mißtraulischen, wenn nicht mißgünstigen Augen und außer ihnen auch der Brüder des cleveschen Rappard, der unter ihm als Kriegsrat und Dezernent des Salzdepartaments tätig war. Konrad Gerhard Rappard, dessen Leben mit der Geschichte der beide ersten Jahrzehnte des Salzwerks auf das engste verknüpft ist, hatte gleich nach Beendigung seine Universitätsstudien im Alter von 23 Jahre 1737 die mindensche Kriegsratsstelle erhalten und war siet dem darin geblieben. sein Bruder Johann Bertram, der älteste Sohndes 1747 verstorbenen claveschen Kammerdierektors Heinrich Wilhalm Rappard, hatte seit 1734 einen Platz untern dem Vater in Cleve innegahabt. Im gleichen Jahre war Heinrich Wilhelm Rappard
Kammerdierektor geworden, nach dem er bis dahin Vizedierektor geworden war. Nachträglich hatte damals v. Borcke, der zugleich Präsident der mindenschen und cleveschen Kammer war, dem Könige gegenüber ingerdwelche Verdächtigungen über die beiden Rappards augespsprochen und die Ernennungen wieder rückgängig zu machen gesucht. Das gelang ihm jedoch nicht, und darum suchte er den alten Rappard, dem er aus nicht näher bekannten Gründe feindlich gesinnt gewesen ist, 4 Jahre später durch schwere Untlagen zum Sturze zu bringen. Borcke bei diese Gelegenheit selbst zu Fall kam und daß der Kammerdirektor Rappard mitsamt seine Sönen gerechtfertig aus der Untersuchung hervorging. Nachdem als Nachfolger v. Borckes 1738-1742 von Rochow die präsidentschaft über die mindensche und clevesche Kammer inne gehabt hatte, war ihm von Massow als Präsident gefolgt. Unter ihm trieft man  nun die beiden Söhne des alten Rappard unter den Hauptinteressenten bei Salzweksbau in Minden. Die Rappards scheinen sehr vmögend gewesen zu sein, wenigstens war es von den beiden der mindensche Kriegsrat. Die Beschäftigung mit dem Salzwesen war offenbar zur Familientradition des Rappards geworden, außer den
beide gennante Rappards um dieselbe Zeit noch einen dritten, den Friedrich Rappard als Salzkommissarius in Breslau und um 1766 einen vierten, den unten noch erwähnten Alexander Rappard, in Minden im Salzwesen tätig. Und auch später erscheint noch ein Mitglied der Familie-geadelt in Unna beim Salzwes unter Stein beschäftigt.
Massow machte den Gebrüdern Rappard und den Baron v. Torck später den Vorwurf, ihre Absicht sei nur gewesen, durch eine vorteilhafte sich zu bereichern. Aber der gleiche Vorwurf wurde von den Salzkommissaren in Unna auch Massow gemacht. Man hatte  damit auf beiden Seiten Recht. Die Betätigung im Salzwesen wurde eben dauernd von Kriegsräten mehr als Geschäftssache, denn als amtliche Tätigkeit aufgefaßt. Wenn daher, die beiden Salzkommissare auf eigenem Profit gesehen haben, so ist das nicht unberechtigt gewesen, da sie bei dem Unternehmen ihr Vermögen riskiren und auch die Einrichtung des Siedebetriebes auf eigene Gefahr gewährleisten mußten. In Hinblick hierauf erscheint ihre Haltung nicht schlechter, aber auch nicht besser wie die alle übrigen zum Salzwesen in Beziehung gatreten Räte. Die Rappards waren beide zwei enrgische Männer, deren können und Wissen die gute Ausführung ihrer Unternehmungen garantierten. Der eine von ihnen hatte sich längst in Unna bewährt und auch der andere wurde mit vollem Recht als ein des in und ausländischen Salzwesens kundiger Mann bezeichnet. Der mindensche Rappard durch Heirat in den Besitz von Salzhausanteilen des Pfännereibetriebes zu Salzufflen gelang war und sich gewiß mit seinen dortigen Sülzgütern zu beschäftigen pflegte. War er auch in der Verwaltung des Salzdepartements der Nachfolger des Kammerdirektors Kulenkamp geworden. Die Bruder Rappard arbeiteten in bestem Einvernehmen. Sie scheinen sich  mit von Torck in das ganze Unternehmen so haben teilen wollen, daß die beide Unnaner die Siedepacht bekamen und der mindensche  Rappard die Pcht der Salz und Kohlenfuhren erhilt, was letzterem daher um so angenehmer war, da Salzufflen vielleicht auf seine Veranlassung damals Kohlenfeuerung einzuführen sich anschickte. Auch die Gewerkschaft wünschte sehr sich am Salzwerk zu beteiligen und hatte sich um die Siedepacht des Salzwerks beworben. Dem war aber von den beiden Unnaischen Pächtern 1751 von Wesel aus, wo sie sich gerade um die Ausdehnung des Debits von Unna bemühten, entschiden widerraten. Damit hatten
sich Rappard-Cleve und von Torck in Minden zahlreiche neu Gegner geschaffen, und es ist augenscheinlich, daß sich sich der mindensche Rappard deswegen zur Erreichung seines Wunsches immer mehr hintern von Massow gestellt hatte, je mehr sich die Gegnerschaft zwischen der Kammer und den Salzkomissaren verbreitete und vertiefte. Daß die Feindseligkeiten schon ernste Formen angenommen hatten, geht aus den Klageschriften der beiden Unnaer hervor, die sie darüber Beschwerde führten, daß man ihnen nun auch in Minden genau wie bezüglich des unnaer Salzwerks in Cleve den Vorwurf der Unrechtmäßigkeit und Gewinnsucht mache.
Massows Werk und ganz unzweifelhaft auch sein Hauptziel war ea gewesen, die Eintracht der beiden Brüder zu zerstören, indem er den einem gegen den andern ausspielte. Gelegentliche Aeußerungen des mindeschen Kriegsrats beutete er in seinen nach Berlin eingefandten Anlagen gegen die Unnaner aus. Dagegen vesschafte er dem Rappart.Minden schon 1752 das Ressort des Salzdepartament in Minden. Dazu paßt es daß Rappard-Minden noch 1751 oder 1752 Mitglied der von Massow protegierten Gewerkschaft geworden war als einziges der übrigen Kammermitglieder. Trotzdem Massow, wie aus seinen Briefen an dritte Versonen hervor geht, duaernd ein Gegner beide Rappards bleibt, begünstigte er doch, so lange die Unnaner in Minden waren, den Mindener in ganz  augenfälliger Weise, eine Diplomatie, die nicht ohne Erfolg bleibt. Der König durschaute die Lage in Minden sehr wihl und befahl infolge eigelaufener Beschwerden dem Präsidenten, daß er die beide Unnaner nicht durch langes Schreibwerk fatiguieren sollte. In Berlin wünschte man die uebernahme der Siedepacht des Salzwerkes durch die beiden Unnaner sehr. Schon 1753 hatte der Minister v, Boden mit ihnen in Unterhandlung gestanden, aber die anfänglich aussichtsreichen Verhandlungen scheiterten schlißlich an dem Umstande, daß die Pächter der Kammer unterstellt werden sollten. Die Unnaner verzchten, um nicht von dem ihnen so wenig gewogenen collegio belästigt zu werden, auf die pacht des Siedebetriebes und erklärtten erst nach Erledigung ihrer Baupacht und Fertigstellung sämtliche Gebäude des Salzwerks in erneute Verhandlungen eintreten zu wollen. Der ganze Verlauf der Rivalitäten hat der Entwicklung des Salzwerkes unwiderbringlichen Schaden gebracht.
 
 
Zu 28.05.1756 wurde die Siedung in die Hände der Kammer gelegt und zwar unter Zugrundelegung des von Massow angefertigten Etats. Die Uebernahme von Seiten der Kammer erfolgte durch den neuen Kriegsrath Pieper und in Vertretung der beiden Salzkomissare durch den Salzwerksbeamten Steinkühler,
da Rappard und Torck rundweg erklärten, sie würden nicht mehr nach Minden Kommen.
 
 
 
 


 
[Willkommen] [GaLa] [News] [Adresse] [AGB] [Impressum]